Wenn am Jahresanfang die ersten Blumen blühen steht das Frühjahr vor der Tür und spätestens jetzt werden Zecken wieder aktiv. Die Spinnentiere zählen zu den gefährlichsten Parasiten in Deutschland und können Krankheiten auf Menschen und Haustiere übertragen. Hier erfahrt ihr alles Wichtige über Zecken, wie ihr sie entfernt, welche Vorsorge ihr treffen könnt und noch vieles mehr.

Wann sind Zecken aktiv und wo befinden sich?

Sobald es wieder wärmer wird, kommen Zecken aus ihrer Winterstarre zurück. Bei Temperaturen ab etwa sieben Grad werden sie aktiv und machen sich gleich auf die Suche nach Opfern, die sie stechen können. In der Regel ist die aktive Zeckenzeit in Deutschland von März bis Oktober. Wenn der Winter jedoch milde ausfällt, kann es vorkommen, dass die Zecken auch noch im November und schon im Februar aktiv sind.

Zecken befinden sich vorzugsweise im Wald, auf Lichtungen, in Parks und in Gärten. Sie bewegen sich am Boden in hohem Gras, in Büschen und auch im Unterholz. Sie fühlen sich bei Feuchtigkeit und Wärme am wohlsten, aber auch eine längere Trockenzeit macht ihnen nichts aus.

Leben und Entwicklung eine Zecke

Eine Zecke durchläuft drei Entwicklungsstadien bevor sie eine erwachsene Zecke (mit 8 Beinen) wird: Ei, Larve und Nymphe. Je nach Zeckenart ist der Zeitraum von der Eiablage bis zum erwachsenen Tier unterschiedlich. Die Dauer der Entwicklung der einzelnen Zyklen ist von den Witterungsbedingungen abhängig – es kann wenige Monate dauern, aber auch Jahre. Die Zecke benötigt für ihre Entwicklung von der Larve bis zur erwachsenen Zecke Blut, das sie sich bei ihren Opfern – dem sogenannten Wirt – holen. Der Biss einer Zecke wird nicht bemerkt, da beim Eindringen mit dem Mundwerkzeug ein Sekret abgegeben wird, das eine betäubende Wirkung hat.

Das Vorgehen von männlichen und weiblichen Zecken unterscheidet sich darin, dass männliche Zecken weniger Blut saugen – zur Begattung der Weibchen aber länger auf dem Wirt bleiben. Die Weibchen legen ihre Eier an dunklen Stellen am Boden ab und können dabei bis zu 4.000 Eiern (je nach Zeckenart) innerhalb von 6-20 Tagen ablegen. Sobald die Eiablage abgeschlossen ist, stirbt die Zecke.

Häufigste Zeckenarten in Deutschland

Weltweit gibt es über 900 verschiedene Arten von Zecken und davon sind ungefähr 20 in Deutschland zu finden. Zecken werden in Schild- und Lederzecken unterschieden. Schildzecken haben einen harten Schild, der bei den männlichen den gesamten Rücken und bei den weiblichen einen Teil des Rückens bedeckt. Lederzecken hingegen haben eine weiche und ledrige Haut, wie zum Beispiel die Taubenzecke.

In Deutschland spielen Schildzecken in Bezug auf unsere Hunde die wichtigere Rolle – das sind die am häufigsten vorkommenden Zeckenarten die ihr kennen solltet:

  • der Gemeine Holzbock: das ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart; sie wartet geduldig am Boden auf ihr nächstes Opfer; kommt bei Mensch & Haustier vor
  • die Auwaldzecke: kommt häufig im östlichen und südwestlichen Teil Deutschlands vor, jedoch wurde diese Art zwischenzeitlich auch schon in Norddeutschland gesichtet; sie befällt Mensch & Haustier
  • die Braune Hundezecke: stammt aus Nordafrika und ist in Südeuropa verbreitet zu sehen; zwischenzeitlich im Sommer auch nördlich der Alpen; befällt überwiegend Hunde
  • die Schafzecke: sie ist hauptsächlich in Süddeutschland zu finden, sie befällt nicht nur Schafe; wurde auch bei Mensch & Haustier gesichtet
  • die Igelzecke: kommt in ganz Deutschland vor und kann neben Igeln und Füchsen auch Menschen und Haustiere befallen

 

Warum ist ein Zeckenstich beim Hund gefährlich?

Zecken können verschiedene Krankheitserreger in sich tragen, die sie beim Blutsaugen auf den Hund übertragen können. Die Folge ist, dass der Hund schwer erkranken kann – die häufigste Krankheit, die nach einem Zeckenstich vorkommt, ist die Borreliose.

Laut Experten trägt ungefähr jede dritte Zecke den Borreliose-Erreger in sich. Was jedoch nicht heißt, dass ein Hund mit jeder dritten Zecke erkranken kann. Bei vielen die mit dem Erreger in Kontakt kommen und Antikörper bilden, erkrankt nur ein Teil – häufig sogar symptomlos. Andere wiederum können schwer erkranken. Deshalb ist es wichtig, ein Auge darauf zu haben und das Haustier in der aktiven Zeit täglich nach Zecken abzusuchen und mit einem geeigneten Zeckenschutzmittel vorzusorgen.

Das sind die häufigsten Krankheiten, die von Zecken auf den Hund übertragen werden können:

  • Borreliose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose
  • Babesiose
  • FSME

Eine detaillierte Beschreibung zu den einzelnen Krankheiten durch einen Zeckenbiss findet ihr hier.

Was hilft am besten gegen Zecken beim Hund? – Zeckenschutz für Hunde

Es gibt unterschiedliche Wege für einen Zeckenschutz beim Hund. Zum einen mit chemischen Mitteln und zum anderen auf natürlichem Weg. Welchen Weg man hier bevorzugt, hängt von den eigenen Vorlieben ab, wo man täglich mit dem Hund unterwegs ist und was besser beim Hund anschlägt. Hier gilt es auch auszuprobieren, denn nicht jedes Mittel wirkt gleich gut bei jedem Hund. Es ist dazu immer ratsam mit eurem Haustierarzt darüber Rücksprache zu halten.

Das sind die unterschiedlichen Zeckenschutzmittel für den Hund:

  • Zecken-Halsbänder
  • Zecken-Tabletten
  • Spot-on Präparate
  • Zecken-Spray
  • natürlicher Zeckenschutz z.B. Schwarzkümmel, Kokosöl

Wichtiger Hinweis: Die Wirkung natürlicher Zeckenschutzmittel ist nicht wissenschaftlich belegt!

Wie kann ich den Hund nach Zecken richtig untersuchen

Neben der Vorsorge durch einen Zeckenschutz gehört natürlich auch das tägliche Absuchen nach Zecken beim Hund. Insbesondere nach dem Spaziergang, aber auch wenn der Hund im Garten unterwegs war. Denn dort ist die Gefahr genauso groß, wie auf Feldern, Wiesen und in Wäldern. Das Absuchen ist deshalb so wichtig, weil die Gefahr der Übertragung eines Krankheitserregers höher wird, je länger sich die Zecke festgesaugt hat. Die Übertragung der Erreger passiert meist in den ersten 12-36 Stunden (je nach Zeckenart).

Da Zecken sich gerne an dünnhäutigen Stellen festbeißen, sollte man beim Absuchen folgende Stellen besonders in Augenschein nehmen:

  • Kopf, Hals, Schulter, Achseln
  • Lendengegend
  • in den Ohren
  • zwischen den Zehen

Wenn sich eine Zecke festgebissen hat, findet man diese am besten, wenn man an den Hauptstellen mit allen Fingern Stück für Stück gegen die Fellrichtung streicht. Wenn sich die Zecken noch nicht festgesaugt haben, krabbeln sie häufig auf dem Fell und sind gut zu erkennen und zu entfernen.

Zecken vom Hund entfernen

Durch das regelmäßige Absuchen und das schnelle Entfernen einer Zecke, wird das Risiko einer Krankheitsübertragung deutlich verringert. Das Entfernen geht am besten mit einem speziellen Werkzeug. Es gibt verschiedene Zeckenwerkzeuge mit der eine Zecke beim Hund effektiv und schmerzlos entfernt werden kann.

Das sind die gängigsten Hilfsmittel:

  • Zeckenschlinge
  • Zeckenzange
  • Zeckenhaken
  • Zeckenpinzette
  • Zeckenkarte

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Werkzeugen und wie man damit Zecken beim Hund entfernt findet ihr hier.

FAQ über Zecken bei Hunden:

Sind alle Zecken gefährlich?

Nicht jede Zecke überträgt einen Krankheitserreger. Den Borreliose-Erreger trägt zum Beispiel jede dritte Zecke in sich. In hochfrequentierten Gebieten auch jede zweite.

Können Zecken von Hunden auf Menschen übertragen werden?

Ja. Wenn sie auf dem Fell krabbeln und sich noch nicht festgebissen haben können sie mit ins Haus oder die Wohnung gebracht werden. Dadurch steigt die Möglichkeit, dass die Zecke sich beim Menschen festbeisst.

Wann fallen Zecken vom Hund ab?

Nachdem sie sich vollgesaugt haben – dann sind sie ungefähr 200-Mal schwerer. Das kann bis zu 2 Wochen dauern.

Machen Zecken Hunde heute häufiger krank?

Die Gefahr, dass Hunde durch einen Zeckenbiss erkranken ist heute höher als noch vor vielen Jahren. Aufgrund des Klimawandels und das veränderte Verhalten von Zugvögeln, sind die Anzahl und die Arten der Zecken in Deutschland deutlich gestiegen und somit auch die Möglichkeit, dass Hunde durch einen Zeckenbiss erkranken.

Sind Zecken bei Welpen besonders gefährlich?

Ja, denn das Immunsystem ist noch schwach und es fehlt der nötige Schutz vor Krankheiten.