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Vergiftung beim Hund

Eine Vergiftung beim Hund kann ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Das hängt von der Menge und Art des Giftstoffes ab, von der Rasse des Hundes, seinem Gewicht und Alter. Gefahren können theoretisch überall lauern, von Lebens- und Arzneimitteln bis hin zu Rattenködern. Hundehalter sind oft überrascht: Denn was für den Menschen gesund ist, wie etwa eine vitaminreiche Avocado, kann für den Hund tödlich sein.

Vergiftung beim Hund: Das sind die Folgen

Je nachdem, wie sich eine bestimmte Substanz auf den Körper des Hundes auswirkt und wie viel davon aufgenommen oder eingeatmet wurde, können die Vergiftungssymptome bei Hunden gastrointestinale und neurologische Probleme, Herz-Kreislauf-Störungen und Atemnot, Koma und sogar den Tod umfassen. Umso wichtiger ist es, dass sich Hundehalter mit dem Thema auseinandersetzen. Denn nur so können sie ihre Hunde bestmöglich vor einer Vergiftung bewahren.

 

Medikamente als Ursache für eine Vergiftung beim Hund

Medikamente, die für Menschen nützlich oder sogar lebensrettend sein können, lassen bei Hunden oft das Gegenteil bewirken. Selbst eine kleine Dosis eines für Menschen geeigneten Medikaments kann bei einem Hund großen Schaden verursachen. Zu diesen Arzneimitteln gehören:

  • Gängige entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin können bei Hunden zu Magen- und Darmgeschwüren oder Nierenversagen führen.
  • Antidepressiva können beim Hund Erbrechen auslösen. In schwereren Fällen können Antidepressiva wie Paroxetin beim Hund zum Serotonin-Syndrom führen, das schwere Anfälle auslösen kann.
  • Isoniazid, ein Tuberkulose-Medikament, ist für Hunde schwer zu verarbeiten. Schon eine Tablette kann bei einem kleinen Hund Probleme verursachen. Zu den Vergiftungserscheinungen gehören Anfälle und Koma.
  • Schlafmittel können bei Hunden flache Atmung, Bewusstlosigkeit, Atem- und/oder Herzstillstand auslösen.

Vergiftung beim Hund durch Lebensmittel

Lebensmittel, die für den Menschen in der Regel komplett ungefährlich sind, können bei Hunden zu schweren Vergiftungen führen. Bestimmte Nahrungsmittel können für Hunde nicht nur giftig, sondern sogar tödlich sein.

Zu den für Hunden potenziell tödlich-giftigen Lebensmittel gehören:

  • Avocados: Das Trend-Food enthält Persin, was in höheren Dosen zum tödlichen Herzmuskel-Schaden beim Tier führen kann.
  • Schokolade und kakaohaltige Lebensmittel
  • Zwiebeln: Die Schwefelstoffe der Zwiebel – roh oder gekocht – zerstören rote Blutkörperchen des Hundes. Mit Bärlauch, Schnittlauch und Knoblauch verhält es sich ähnlich.
  • Trauben oder Rosinen: Bei einer einzigen Traube besteht kaum ein Risiko, aber ab 10 Gramm kann es gefährlich werden.
  • Rohes Schweinefleisch: Der Aujeszky-Virus kann darin enthalten sein. Dieses Virus ist bei Hunden tödlich und leider nicht heilbar.
  • Hopfen: In kleiner Dosis ist es harmlos, aber in großen Mengen tödlich.
  • Obstkerne und Steinobst: Wenn der Hund der Obstkerne zerbeißt, werden die giftige Blausäure und Cyanverbindungen freigesetzt.
  • Koffein und Alkohol

Zu für Hunden giftigen, nicht lebensbedrohlichen Lebensmitteln, gehören:

  • Tomaten, rohe Kartoffeln und rohe Aubergine: Diese Nachtschattengewächse enthalten Solanin, das bei Hunde Durchfall und Erbrechen verursacht.
  • Grüne und gelbe Paprika
  • Mandeln und Macadamia-Nüsse: Nüsse sind generell sehr reich an Phosphor und verschiedenen Wirkstoffen, die für Hunde giftig sind.
  • Rohe Bohnen Linsen und Erbsen (in großer Menge)
  • Tierleber (in großer Menge)
  • Verdorbene Lebensmittel
  • Rohes Geflügelfleisch
  • Salz: Hunde benötigen keinen Zusatz an Salz und eine zu salzhaltige Ernährung kann dauerhaft zu Nierenproblemen führen.
  • Süßstoff (Xylit)

 

Wieso Hunde auf keinen Fall Schokolade essen dürfen: Hunde sind generell laktoseintolerant, zudem enthält Schokolade Theobromin. Diesen Wirkstoff können Hunde nur sehr langsam abbauen, Menschen dagegen schneller.

 

Lebensmittelvergiftung beim Hund: Das sind die Symptome

  • Allgemeine Unruhe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Herzrasen und Herzrhythmusstörungen
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Übermäßiger Durst
  • Übermäßiger Speichelfluss
  • Aufgeblähter Bauch
  • Krämpfe
  • Apathie
  • Zittern
  • Blasses Zahnfleisch
  • Hecheln und Atemnot

Vergiftungen bei Hunden durch Rattengift oder Chemikalien

Rodentizide können, wenn sie von Hunden aufgenommen werden, schwere Probleme verursachen. Die Symptome hängen von der Art des Giftes ab, und die Symptome können erst einige Tage nach der Einnahme auftreten.

Es überrascht nicht, dass manche Chemikalien in Frostschutzmitteln oder Farbverdünnern für Hunde giftig sind. Zu den Vergiftungssymptomen, die sie bei Hunden hervorrufen können, gehören Magenverstimmung oder Verätzungen. Bei Frostschutzmitteln ist es besonders tückisch, da der darin enthaltene Alkohol Ethylenglykol einen süßlichen Geschmack hat und dadurch für manche Hunde unwiderstehlich ist. 

Blei, das häufig in Farbe, Linoleum und Batterien enthalten ist, kann giftig sein, wenn es vom Hund gefressen wird, und dann gastrointestinale und neurologische Probleme verursachen.

Reinigungsmittel und Bleichmittel können bei Hunden zu Magen- und Atemwegsproblemen führen.

Eine Zinkvergiftung wiederum kann bei Hunden auftreten, wenn sie zum Beispiel mehrere kleine Centstücke schlucken, was Schwäche-Symptome einer schweren Anämie hervorruft. Ausgelöst wird diese zum Beispiel durch die Aufnahme von Brettspielteilen, Spielzeug, Metallmuttern, Schrauben, Reißverschlüsse, Heftklammern oder Schmuck.

Selbst in Hautcremes (darunter fallen auch Windelcremes und Sonnenschutzmittel) Shampoos und Deodorants ist Zink enthalten, genau wie in manchen rezeptfreien Erkältungsmitteln und Lutschtabletten.

Diese Pflanzen sind giftig für Hunde

Auch bei Pflanzen ist Vorsicht geboten. Zu den für Hunde giftigeren Pflanzenarten gehören zum Beispiel:

  • Azaleen und Rhododendren: Die wunderschön blühenden Pflanzen enthalten Giftstoffe, die bei Hunden zu Erbrechen, Durchfall und sogar zum Tod führen können.
  • Tulpen und Narzissen: Die Zwiebeln dieser Pflanzen können ernsthafte Magenprobleme, Krämpfe und Herzschäden verursachen.
  • Sago-Palmen. Der Verzehr einiger weniger Samen kann ausreichen, um Erbrechen, Krampfanfälle und Leberversagen zu verursachen.
  • Agave, Azalee, Chrysantheme, Birkenfeige, Geranie, Hortensie, Lilien oder Orchideen.

Hinzu kommen noch Düngerprodukte, die man zu Hause auf den Rasen oder ins Blumenbeet streut. Auch sie können giftig für den Hund sein.

Blaualgenvergiftung beim Hund

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen wächst auch das Risiko, dass Hunde in Kontakt mit giftigen Blaualgen kommen. Cyanobakterien (meist als Blaualgen bezeichnet) sind mikroskopisch kleine Bakterien, die in stehenden Gewässern wie Seen, Bächen, Teichen und Brackwasser-Ökosystemen vorkommen.

Sie können Toxine, wie Microcystine und Anatoxine, produzieren, die sich auf Menschen, Nutztiere und Haustiere auswirken, die in dem mit Algen verunreinigten Wasser schwimmen und daraus trinken. Blaualgen wachsen im Sommer und bilden „Blüten“, die dem Wasser ein blaugrünes Aussehen verleihen.

Klinische Vergiftungserscheinungen hängen vom jeweiligen Toxin ab. Microcystine können zu Leberschäden oder -versagen führen. Der Tod kann innerhalb weniger Tage als Folge eines Leberversagens folgen.

Anatoxine führen zu einer Neurotoxizität, die sich durch Atembeschwerden, übermäßige Sekretion (starker Speichelfluss), neurologische Symptome (Muskelzittern, Lähmung), sowie Blaufärbung der Haut und Schleimhäute äußern kann. Der Tod kann innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Vergiftung als Folge der Atemlähmung folgen.

Um stehende Gewässer mit einer grün-bläulichen Färbung sollten Hundehalter einen großen Bogen machen. Eine Blaualgenvergiftung kann für den Hund schnell tödlich enden.

Hat der Hund definitiv aus dem verunreinigten Wasser getrunken, kann es zu einer Vergiftung kommen und dem Hund sollte Aktivkohle verabreicht werden. So kann verhindert werden, dass die giftigen Stoffe bei der Verdauung ins Blut aufgenommen werden. Eine Blaualgenvergiftung ist ein schwerer medizinischer Notfall, bei dem schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden muss.

Was man bei einer Vergiftung tun sollte

Wie bei anderen medizinischen Notfällen auch gilt es schnell, aber rational zu handeln.

Besteht Verdacht auf eine Vergiftung, sollte der Hund umgehend zu einem Tierarzt gebracht werden. Aktivkohle kann bei einer Vergiftung beim Hund sehr nützlich werden, da sie die giftigen Stoffe an sich bindet, und diese somit nicht in die Blutbahn gelangen.  Dabei gilt: 1g Aktivkohle pro 1 kg Körpergewicht. Um die Aktivkohle zu verabreichen, kann sie zum Beispiel ins Futter gemischt werden. Es sollte vorsichtig dosiert werden, da zu große Mengen Aktivkohle zu Verstopfungen führen können.

Könnte ein Giftköder die Ursache für die Vergiftung sein, sollte das, was noch davon übrig ist, für Untersuchungszwecke mit zum Tierarzt genommen werden. Zudem sollte auch die Polizei eingeschaltet werden.  

So schützt man seinen Hund bestmöglich vor Vergiftungen

Selbstverständlich sollte der Kontakt mit gefährlichen Substanzen so gut es geht verhindert werden. Man kann mit dem Hund trainieren, nie ohne Erlaubnis etwas zu fressen. So unterbindet man, oder senkt zumindest das Risiko, dass er giftige Lebensmittel, Medikamente o.Ä. zu sich nimmt. Lässt der Hund sich es nicht austreiben, ohne Erlaubnis und heimlich zu fressen, kann ein spezieller Maulkorb empfehlenswert sein – besonders dann, wenn man mit dem Hund draußen unterwegs ist und die Gefahr besteht, dass Giftköder ausgelegt sind.

Medikamente sollten immer in Schränken aufbewahrt werden, die für den Hund nicht zugänglich sind. Fällt aus Versehen z.B. eine Pille auf den Boden, sollte sie dort nicht einfach liegen gelassen werden.  

Rattengifte u.Ä. sollten in geschlossenen Schränken oder hoch oben in Regalen aufbewahrt werden, die Hunde nicht erreichen können. Dasselbe gilt für alle für Hunde gefährlichen Chemikalien oder Reinigungsmittel.

Um seinen Hund zu schützen, sollten keine für ihn giftigen Pflanzen im Zuhause oder Garten untergebracht werden.

Man kann es nicht oft genug erwähnen: Erleidet ein Hund eine Vergiftung, handelt es sich um einen Notfall und es muss ein Tierarzt eingeschaltet werden.

Bei Lebensmitteln muss besondere Vorsicht geboten sein. Die Liste an für Hunden giftigen, aber für Menschen gesunden Lebensmitteln ist lang und überraschend. Frisst der Hund nur eine kleine Menge eines für ihn giftigen Lebensmittels, wird er das wahrscheinlich ohne größere Probleme verkraften können.

Man sollte dennoch immer auf Nummer Sicher gehen: Ein Gespräch mit dem Tierarzt kann viel Klarheit schaffen.